Henkel: Kampf den Plagiaten
Juni 6, 2006
Gefunden unter Schwarzkopf, Wirtschaft
Weltweit fälschen Markenpiraten Markenprodukte mit einem Marktwert von rund 300 Milliarden Euro, schätzt die Europäische Kommission. Auch Henkel ist davon betroffen – speziell im Bereich Colorationen und Konsumentenklebstoffe. In den vergangenen zwei Jahren wurden international 2,5 Millionen gefälschte Henkel-Produkte aufgespürt.
Mit einem ganzen Team von Piratenjägern stellt sich das Unternehmen der Herausforderung. 30 Experten arbeiten in der Henkel Brand-Protection-Truppe an den Standorten Düsseldorf, Scottsdale und Gulph Mills sowie in Büros unter anderem in Shanghai und Brasilien. Dabei geht es um die Steuerung der weltweiten Markenrechte für die rund 750 Henkel-Marken oder die Verlängerung von Schutzansprüchen. Aber eben auch um die Verfolgung von Fälschern.
Auf der Pirsch gegen das Markenpiratentum
Ein Beispiel aus der Praxis: “Unseren Mitarbeitern ist aufgefallen, dass im Iran vermehrt gefälschte Colorationen aufgetaucht sind, die von unseren eigenen äußerlich kaum zu unterscheiden waren”, sagt Andreas von Bernstorff, Leiter der Henkel-Markenfunktionen, einer der Hüter der Henkel-Marken. Der Fortgang der Geschichte klingt abenteuerlich: Eigentlich wollten die Henkel-Mitarbeiter gemeinsam mit dem Zoll ein Schiff mit zwei Containern voller Colorations-Plagiate stoppen. Der Kahn versank aber im Meer, noch bevor die Fahnder ihn zu sehen bekamen. Akribisch wurden danach über Monate die Fahrtwege der Markenpiraten recherchiert und von Teheran über Dubai bis nach China zurückverfolgt. An allen drei Orten schlugen Zoll und Henkel-Mitarbeiter dann gleichzeitig zu. “Wir haben die Fabrik, die Transportwege und die Lager lahmgelegt. Diese Quelle für Fälschungen ist zunächst versiegt”, sagt Andreas von Bernstorff.
2,5 Millionen gefälschte Henkel-Produkte
Insgesamt haben die Henkel-Mitarbeiter in den vergangenen zwei Jahren 2,5 Millionen gefälschte Produkte aufgespürt und beschlagnahmt – speziell aus den Bereichen Colorationen und Konsumentenklebstoffe. Fündig wurden die “Sherlock Holmes” des Unternehmens in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Brasilien und Polen. Bestimmt waren die Fakes vor allem für den Nahen Osten, Lateinamerika und Zentral- und Osteuropa, da insbesondere für Russland. “Immaterielle Schäden, wie etwa durch Fälschungen bedingte Vertrauensverluste in unsere Marken, sind schwerwiegender zu werten als mögliche Umsatzverluste”, sagt Andreas von Bernstorff. Henkel arbeitet mit speziellen, aufwändigen EDV-Auswertungssystemen, um den Fälschern auf die Schliche zu kommen. Von Bernstorff: “Wir knüpfen damit unser Netz immer enger. Dadurch wird es immer schwieriger, Henkel-Fälschungen offen im Markt zu handeln. Das ist ein Erfolg unserer Arbeit.”
Hunderte Milliarden Euro Schaden weltweit
Vorsichtige Schätzungen der Europäischen Kommission gehen davon aus, dass sich der Schaden, der weltweit durch Markenpiraterie entsteht, auf bis zu 300 Milliarden Euro beläuft – das sind fünf bis neun Prozent des Welthandelsvolumens. “In Europa findet man aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur echte Henkel-Produkte”, sagt von Bernstorff. Fälscherland Nummer Eins ist immer noch China, von wo rund 70 Prozent der nachgemachten Produkte stammen. Doch das Reich der Mitte ist mittlerweile stark daran interessiert, diese unrühmliche Pole-Position abzugeben. Mit dem “Quality Brands Protection Comittee”, kurz QBPC, sorgen Markenartikelhersteller, die in China produzieren, seit 2000 dafür, dass Produktfälscher es auch in Asien schwerer haben. Von dort aus treten viele der gefälschten Markenprodukte ihren Seeweg in alle Welt an. Der Nahe Osten fungiert dabei als beliebter Umschlagplatz.
Biometrische Verfahren für den Verpackungscheck
Die Professionalisierung der kriminellen Nachahmer lässt sich an der Qualität der Kopien festmachen. Die Verpackungen sind immer ausgefeilter und vom Original optisch kaum noch zu unterscheiden. Inzwischen nutzt Henkel deshalb eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, damit Experten die Produkte rasch und eindeutig identifizieren können. Je nach Produkt und Markt wird ein geeignetes Verfahren ausgewählt. Henkel setzt dabei unter anderem visuelle, chemische und biometrische Verfahren ein. “Die Verpackung bekommen die Fälscher oft noch hin, aber klar ist: Die Qualität dieser Plagiate ist mit unseren Markenprodukten in keinster Weise zu vergleichen”, sagt Markenpiraten-Jäger Andreas von Bernstorff.
Bei seiner Fälschersuche kooperiert das Düsseldorfer Unternehmen mit etlichen anderen Firmen und Institutionen wie dem APM in Deutschland, der “Global Business Leaders Alliance Against Counterfeiting” (GBLAAC) oder dem QBPC in China. Um den Produkt- und Markenschutz weiter voranzutreiben, nimmt Henkel außerdem an einem Projekt des Markenverbands teil. Führende Unternehmen tauschen dabei ihre Erfahrungen und Lösungsansätze zum Thema Markenpiraterie aus. Ein weiterer wichtiger Kooperationspartner für Henkel ist der nationale und internationale Zoll. Regelmäßig versorgt das Düsseldorfer Unternehmen die Beamten an den Drehkreuzen des Welthandels mit Produktmustern. “Was anders aussieht als das Original oder aus unautorisierten Quellen stammt, wird dann herausgefischt”, so von Bernstorff. Denn wo Henkel draufsteht, soll auch Qualität von Henkel drin sein.
“Henkel – A Brand like a Friend”.
Henkel ist führend mit Marken und Technologien, die das Leben der Menschen leichter, besser und schöner machen. Henkel, das zu den Fortune Global 500 Unternehmen zählt, ist aktiv in drei strategischen Geschäftsfeldern – Wasch-/Reinigungsmittel (Home Care), Kosmetik/Körperpflege (Personal Care), Klebstoffe, Dichtstoffe und Oberflächentechnik (Adhesives, Sealants and Surface Treatment). Im Geschäftsjahr 2005 erzielte Henkel einen Umsatz von 11,974 Milliarden Euro. Mehr als 50.000 Mitarbeiter sind weltweit für Henkel tätig. Menschen in rund 125 Ländern der Welt vertrauen Marken und Technologien von Henkel.
Die Henkel Central Eastern Europe mit Sitz in Wien trägt die Verantwortung für 30 Länder in Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien. Sie ist Marktführer bei Haarkosmetik und Klebstoffen sowie Oberflächentechnik und hält eine Top-Position mit Wasch-, Reinigungsmittel- und Kosmetikmarken. Im Jahr 2005 erwirtschaftete das Unternehmen mit über 7.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,346 Milliarden Euro.
Quelle: Henkel.com