Steuern rauf, Stimmung runter
Dezember 7, 2006
Gefunden unter Friseur, Wirtschaft
Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, Andreas Popp, über die wirtschaftlichen Aussichten der Friseurbranche im Jahr 2007 und die Auswirkungen der Politik auf die Unternehmen:
„Die Stabilisierung am Friseurmarkt hat sich in 2006 bislang fortgesetzt. Auch wenn die Branche an den positiven Auswirkungen der steigenden Konsumstimmung noch nicht durchschlagend partizipieren konnte, zeigt sich in der ersten Jahreshälfte 2006 immerhin eine weitere Verlangsamung des Abwärtstrends. Und: Es ist davon auszugehen, dass sich diese stabilisierende Entwicklung im Friseurhandwerk bis zum Jahresende fortsetzt. Die aktuelle Entwicklung am Friseurmarkt wird niemanden euphorisch stimmen, aber sie könnte doch Mut machen, weil es hoffnungsvolle Zeichen für eine Erholung gibt. Wäre da nicht die anstehende Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland Anfang 2007! In ihrem Herbstgutachten kritisieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute die Mehrwertsteuererhöhung scharf, weil sie sich negativ auf die Binnennachfrage auswirken wird. Das Friseurhandwerk als konsumnahes Dienstleistungsgewerbe wird davon besonders hart betroffen sein. Denn dies lehrt die Erfahrung der letzten Jahre: Die preissensiblen Verbraucher reagieren auf neue Belastungen mit radikaler Enthaltung. Bestätigt wird dies auch durch eine aktuelle Studie zum Konsumverhalten in Europa, wonach die Deutschen besonders preisbewusst sind. Neue Schwierigkeiten könnten zudem durch das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz” entstehen. Die schwierige Anwendungspraxis mit ihren offenen Rechtsfragen, den umfassenden Hinweis- und Dokumentationspflichten wird zunächst für neue Unsicherheiten im Salongeschehen sorgen und erheblichen bürokratischen Mehraufwand bedeuten.”
Quelle: Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks