Steuerfrust dämpft Konsumlust
Januar 29, 2007
Gefunden unter Wirtschaft
Steuerfrust dämpft Konsumlust: Die positiven Signale am Friseurmarkt machen Hoffnung auf Besserung. Wäre da nicht die Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland.
Die Situation am Friseurmarkt bessert sich – wenngleich nur allmählich. Der Stabilisierungsprozess hat sich in der ersten Jahreshälfte 2006 fortgesetzt. Auch wenn die Branche an der positiveren Konsumstimmung im Lande bislang nicht durchschlagend partizipieren konnte, zeigt sich in der ersten Jahreshälfte 2006 immerhin eine weitere Verlangsamung des Abwärtstrends.
Mehr Menschen gehen wieder zum Friseur
Untermauert wird dies durch die jüngsten Ergebnisse der GfK-Studie, die vom Industrieverband Friseurbedarf in Auftrag gegeben wird. Danach gehen insgesamt wieder mehr Menschen zum Friseur und nehmen professionelle Friseurdienstleistungen in Anspruch. Kräftige Impulse gehen dabei vor allem vom Farbgeschäft aus. Colorationen gehören nach wie vor zu den wichtigsten Kerndienstleistungen – vor allem im Damensalon: Etwa jede dritte Kundin lässt sich heute die Haare färben. Der Farbboom bleibt also ungebrochen. Ein leichter Zuwachs ist auch bei der Besuchsfrequenz zu finden. Die Kunden gehen wieder etwas häufiger zu ihrem Friseur. Durchschnittlich besuchen sie jährlich 6,2 Mal einen Salon.
Ein kleines Plus von 0,8 Prozent. Den größten Dienstleistungsanteil im Salon hat mit 91,5 Prozent traditionell der Haarschnitt. Bei den durchschnittlichen Ausgaben für den Friseurbesuch (inklusive der Verkaufsartikel) ist laut GfK-Studie ein rückläufiger Trend festzustellen. Die Ausgaben fielen im Jahresvergleich um 1,90 Euro auf 29,30 Euro. Nach wie vor liegen die Ausgaben bei Frauen mit 42,10 Euro deutlich höher als bei Männern mit 14,90 Euro.
Mehrwertsteuer gefährdet Erholung am Friseurmarkt
Die aktuelle Entwicklung am Friseurmarkt wird niemanden in Euphorie versetzen, aber sie könnte doch Mut machen, weil es hoffnungsvolle Zeichen für eine Erholung gibt. Wäre da nicht die Mehrwertsteuerhöhung. Die neue Kauflust der Verbraucher in den letzten Monaten hatte sich am stärksten in vorgezogenen Käufen teurer Konsumgüter und nur teilweise in den Friseursalons manifestiert. In ihrem Herbstgutachten kritisierten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute die Mehrwertsteuererhöhung scharf, weil sie sich negativ auf die Binnennachfrage auswirken werde. Die aktuellen Einbrüche des IFO-Geschäftsklimaindex und des GFK-Konsumklimaindex bestätigen dies. Das Friseurhandwerk als konsumnahes und personalintensives Dienstleistungsgewerbe wird dies besonders hart treffen. Denn das lehrt die Erfahrung der letzten Jahre: Die preissensiblen Verbraucher reagieren auf neue Belastungen mit radikaler Enthaltung. Bestätigt wird dies auch durch eine aktuelle Studie zum Konsumverhalten in Europa, wonach die Deutschen besonders preisbewusst sind.
Quelle: ZV des deutschen Friseurhandwerks