Ausbildungsoffensive: mehr Azubis, höhere Qualifizierung
Mai 12, 2007
Gefunden unter Wirtschaft
Weit überdurchschnittliche Ausbildungsleistung im Friseurhandwerk. Ausbildungsoffensive: mehr Azubis, höhere Qualifizierung
Mit zwei Prozent mehr neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen hat das Friseurhandwerk in 2006 eine neue Ausbildungsoffensive gestartet. Insgesamt wurden 15.927 neue Verträge abgeschlossen. Und das obwohl die Entwicklung am Friseurmarkt weiter von der Konsumzurückhaltung der Verbraucher geprägt ist. Seit Jahren gehören die Friseurunternehmen zu den engagiertesten Ausbildern in Deutschland. Knapp 40.000 junge Menschen erlernen deutschlandweit den Friseurberuf. Die Ausbildungsquote von 19 Prozent belegt diese weit überdurchschnittliche Ausbildungsleistung (Zum Vergleich: Die Quote im Handwerk liegt bei rund 10 Prozent, die der Wirtschaft insgesamt bei rund 4 Prozent). Das heißt: Jeder fünfte Mitarbeiter im Friseurhandwerk ist ein Auszubildender. „Die Ausbildungsleistung des Friseurhandwerks ist seit jeher außergewöhnlich stark”, erklärte Andreas Popp, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZV). „Und das hat seinen guten Grund: Qualifizierte Fachkräfte sind eine unentbehrliche Ressource für den unternehmerischen Erfolg. Nicht allein Technologien, vor allem Menschen sind das Entwicklungspotenzial dieser Branche.”
Modernes Aus- und Weiterbildungssystem schafft berufliche Entwicklungschancen
Das große Interesse am Friseurberuf hat auch mit seiner fundierten Ausbildung zu tun. Damit auch in Zukunft qualifizierte und motivierte Mitarbeiter in den Salons arbeiten wird, die Ausbildung stetig modernisiert. Der Zentralverband ist gerade dabei, die Ausbildungsordnung für den Friseurberuf weiterzuentwickeln. Künftig soll sich die Ausbildung noch mehr auf die beruflichen Kernkompetenzen konzentrieren und vor allem das Kundenmanagement stärken. Mit der neuen Ausbildungsordnung für das Friseurhandwerk, die Mitte nächsten Jahres in Kraft treten soll, wird sowohl das duale System gestärkt, als auch den Ausbildungsbetrieben die Möglichkeit eröffnet, ihre Ausbildung im Salon marktgerecht auszurichten und zugleich die jugendlichen Berufseinsteiger besser individuell zu fördern.
Neben der Modernisierung der Grundausbildung wird auch das Weiterbildungssystem ausgebaut. Künftig wird es zusätzlich zur Fortbildung Friseurkosmetik auch eine Fortbildung zur Haarfarbkosmetik geben. Es ist die erste staatlich anerkannte Qualifizierung dieser Art. Friseure können damit ihre Kompetenz in Sachen Haarfarben weiter vertiefen und sich zum zertifizierten Farb-Experten weiterbilden. Mindestvoraussetzung ist eine bestandene Gesellenprüfung im Friseurhandwerk. Diese qualifizierte Spezialisierung wird im boomenden Farbgeschäft am Friseurmarkt für viele Friseure eine sehr interessante berufliche Perspektive bieten.
Anspruchsvoll und kreativ – der Lifestyleberuf FriseurIn
Das Friseurhandwerk gehört zu den ausbildungsstärksten Berufen in Deutschland und gibt vielen Jugendlichen eine gute berufliche Perspektive. Für Berufseinsteiger bietet die Friseurbranche eine anspruchsvolle Ausbildung und interessante Entwicklungsperspektiven. Als lifestyle-orientierter Modeberuf übt das Friseurhandwerk bei der Berufswahl vor allem auf junge Frauen eine große Anziehungskraft aus. Der Traumberuf „Friseurin” bedeutet, kreativ und selbständig zu arbeiten und ist in der Beliebtheitsskala im Vergleich der handwerklichen Berufe in Deutschland kaum zu toppen. Entsprechend groß ist der Anteil weiblicher Auszubildender. 35.642 junge Frauen machten im Jahr 2006 eine Ausbildung zur Friseurin. Das sind rund 90 Prozent aller Auszubildenden. Unter den zehn lehrlingsstärksten Handwerksberufen der weiblichen Auszubildenden steht das Friseurhandwerk seit vielen Jahren an der Spitze, mit weitem Abstand vor dem zweitplazierten Beruf „Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk” und dem drittplazierten Beruf „Bürokauffrau”.
Quelle: ZV des deutschen Friseurhandwerks