Chancen auf Stabilisierung in 2007
Mai 12, 2007
Gefunden unter Friseur, Wirtschaft
Das Friseurhandwerk hat am gesamtwirtschaftlichen Wachstum im Jahr 2006 nicht partizipieren können. Die Entwicklung am Friseurmarkt ist weiterhin von der Konsumzurückhaltung der Verbraucher geprägt.
Die Umsätze der Friseurunternehmen in Deutschland gingen im Jahr 2006 durchschnittlich um 2,2 Prozent zurück. Diese Entwicklung hatte auch einen Rückgang der Beschäftigung zur Folge. Die Zahl der Beschäftigten nahm im Friseurhandwerk um 2,5 Prozent ab. Angesichts des robusten Wirtschaftswachstums sieht der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) jedoch Chancen, dass sich im Jahr 2007 die Entwicklung in der Friseurbranche stabilisiert. „Die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist da sicher nicht gerade hilfreich, aber das Potenzial für mehr Wachstum ist durchaus vorhanden. Denn Schönheit und Wellness gewinnen gesellschaftlich immer mehr an Bedeutung”, erklärte ZV-Präsident Andreas Popp zur Eröffnung der Hair & Beauty 2007 in Frankfurt. „Dies gilt insbesondere für die Zielgruppe der sogenannten Best Ager, aber auch die wachsende Gruppe der wirtschaftlich gut situierten älteren Generationen. Gefragt sind Dienstleistungen, die sich perfekt an den Bedürfnissen der Kunden orientieren.”
Im Jahr 2006 waren rund 210.000 Menschen im Friseurhandwerk beschäftigt und erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von rund 5,1 Milliarden EUR. Rund 68.500 Salons boten deutschlandweit professionelle Friseurdienstleistungen an. Wie schon im Vorjahr war die Betriebsentwicklung im Friseurhandwerk in 2006 wieder von einem leichten Zuwachs geprägt. Bundesweit stieg die Zahl der selbstständigen Unternehmen um 1,2 Prozent auf 58.455, die der Filialen um 2,3 Prozent auf 9.999. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Betriebsstätten um 1,4 Prozent auf 68.454 Friseursalons. In den letzten Jahren prägten in unterschiedlicher Intensität zwei Trends die Betriebsentwicklung im Friseurhandwerk. Zum einen die Filialisierung der Branche, zum anderen die Zunahme der Kleinstbetriebe. Nachdem die Filialentwicklung zeitweise stagnierte, hat sie in 2006 ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht.
Die klassischen “Eine-Frau-” oder “Ein-Mann Betriebe” könnten mittelfristig zum Problem werden
Die Betriebsentwicklung ist zugleich stark vom Deregulierungseifer der Politik geprägt. Nicht zuletzt verursacht durch immer neue Ausnahmeregelungen von der Meisterpflicht und der steuerlichen Privilegierung nimmt die Zahl der Kleinstunternehmen im Friseurhandwerk zu. ZV-Präsident Andreas Popp: „Damit wird einem Trend Vorschub geleistet, der für die Branche mittelfristig zum Problem werden könnte. Denn: Die „Eine-Frau-” oder „Ein-Mann-Betriebe” sind Unternehmen, die weder beschäftigen noch ausbilden. Sie können daher kostengünstiger am Markt ihre Dienstleistungen anbieten. Die ausbildungsstarken mittleren Friseurbetriebe bleiben dabei schnell „auf der Strecke” und eine nachhaltige Fachkräfteentwicklung wird in Frage gestellt.”
Quelle: ZV des deutschen Friseurhandwerks