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Tierversuche überflüssig

Mai 12, 2007  
Gefunden unter Loréal

Künstliches Hautmodell von L’Oréal macht Tierversuche überflüssig

Ob ein Inhaltsstoff Hautreizungen auslöst kann in Zukunft an künstlicher Haut getestet werden. Der Beratende Wissenschaftliche Ausschuss des Europäischen Zentrums zur Anerkennung alternativer Methoden (ECVAM) hat eine entsprechende in vitro-Testmethode zur Bestimmung des Hautreizungspotenzials von Inhaltsstoffen anerkannt. Grundlage dieses Labortests ist das Episkin-Modell von L’Oréal, ein Modell der menschlichen Epidermis (oberste Hautschicht) auf Basis von Kollagen (Hauptbestandteil der Haut). Ob ein Inhaltstoff Hautirritationen auslöst musste bisher laut Gesetz von den Herstellern an Tieren getestet werden. Mit der Anerkennung des Episkin-basierten Tests kann bei der Bestimmung des Hautreizungspotenzials vollständig auf Tierversuche verzichtet werden.

Nach 20 Jahren Forschung, endlich ein Durchbruch

Die Anerkennung der Testmethode durch eine neutrale, wissenschaftliche Instanz sieht Jean-François Grollier, Vizepräsident und Generaldirektor der Abteilung für Forschung und Entwicklung bei L’Oréal, als Durchbruch: „Über zwanzig Jahre Forschung im Bereich der Hautnachbildung tragen heute ihre Früchte. Dies ist ein großer Fortschritt für den Ersatz von Tierversuchen.“

Zu Beginn der 80er Jahre begann L’Oréal mit der Rekonstruktion menschlicher Haut.

Ziel war es, die biologischen Mechanismen genauer zu studieren und eines Tages bei der Überprüfung der Verträglichkeit von Inhaltsstoffen und Fertigprodukten auf Tierversuche verzichten zu können. Aufgrund dieser Studien stellte L’Oréal 1989 die Tierversuche für sämtliche Fertigprodukte ein. „Schon seit 1989 verwenden wir Episkin zur Untersuchung der Hauttoleranz unserer Produkte. Unser Engagement im Rahmen der Entwicklung von alternativen Methoden geht trotzdem weiter“, fügt Grollier hinzu.

Gerade im Zusammenhang mit der neuen EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) ist die Anerkennung von Episkin von besonders großer Bedeutung. REACH sieht die Bewertung der Hautreizung von circa 10.000 Substanzen vor.
Der Episkin-Test ist laut ECVAM „eine sichere und präzise Methode, um das Hautreizungs- potenzial zu bestimmen – folglich ein vollständiger Ersatz für Tests an Labortieren“.

Was ist EVCAM?

Das Europäische Zentrum für die Validierung alternativer Methoden (ECVAM) wurde 1992 gegründet. Es ist Teil des Instituts für Gesundheit und Verbraucherschutz in Ispra, Italien. ECVAM koordiniert die Validierung alternativer Methoden auf europäischer Ebene und fördert den Austausch zwischen Gesetzgebern, der Industrie, Wissenschaftlern, Verbraucherorganisationen und Tierschützern mit dem Ziel, alternative Testmethoden zu entwickeln, zu validieren und zu internationaler Anerkennung zu bringen.

Was ist ein validierter in-vitro-Test?

Eine alternative Methode zu Tierversuchen muss idealerweise das Labortier ersetzen. Dann spricht man von einem vollständigen Ersatz. Dies ist bei Episkin der Fall. Zu diesem Ergebnis kam ein Validierungsverfahren unter der Leitung des ECVAM, das 1999 begonnen hat und in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen vorgenommen wurde: BfR- ZEBET, Sanofi Aventis, Unilever, Syngenta und L’Oréal. Sechzig Inhaltsstoffe wurden von den Partnerunternehmen einzeln auf ihre möglicherweise reizenden Eigenschaften getestet und die Ergebnisse dem wissenschaftlichen Ausschuss des ECVAM (ESAC) unterbreitet. Dieser hat Episkin jetzt als Alternative anerkannt. „L’Oréal bedankt sich bei ECVAM und den Partnerunternehmen für die Mitarbeit und den Erfolg, von dem alle profitieren werden“, erklärt Jean-François Grollier.

Wer kann Episkin nutzen?

Das Episkin-Modell steht der gesamten Wissenschaft und der Industrie zur Verfügung. Das Modell wird in einer ISO-9901-zertifizierten Produktionsstätte in Lyon hergestellt, die ausschließlich im Bereich Gewebetechnik tätig ist. Der Vertrieb erfolgt durch SkinEthic, einer Tochterfirma von L’Oréal, die weltweit für die Entwicklung von rekonstruierter Epidermis und Schleimhaut bekannt ist.

L’ORÈAL ist weltweit das führende Kosmetikunternehmen. 2006 setzte die Gruppe 15,79 Milliarden Euro um. 3-4 % des Umsatzes werden jährlich in die Forschung investiert, 2006 waren es 533 Mio Euro, wovon 1/3 in die Grundlagenforschung fließt. Damit ist L’Oréal das Kosmetikunternehmen, welches am stärksten in die Forschung investiert.

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