Haarausfall und die Ursachen
Haarausfall - Eine Phänomen, verschiedene Ursachen
Meist führt die Diagnose Haarausfall gleichermaßen bei Männern und Frauen zu einer enormen Belastung in vielerlei Hinsicht, der Betroffene entgegenwirken möchten. Leidet man unter Haarausfall, so muss man sich jedoch erst mit den Ursachen auseinandersetzen. Bei einem Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag sollte man allerdings nicht besorgt sein, da diese Menge als Normalwert angesehen wird.Androgenetischer Haarausfall (Alopezie)
Als Effluvium bezeichnet man dagegen die Situation des übermäßig gesteigerten Ausfalls von Haaren. Dieser kann letztendlich zur sogenannten Alopezie führen, welche zunächst schütter werdendes Haar bis hin zum vollkommenden Ausfall meint. Die häufigste Form ist der androgenetische Haarausfall, welcher - wie man schon am Namen erkennen kann - meist erblich bedingt ist. Sind Familienangehörige betroffen, so muss man selbst mit Alopezie rechnen. Diese Art des Haarausfalls wird nicht als Krankheit eingestuft wird. Im Konkreten gibt es eine Vermutung für die Entstehung der Alopezie: Manche Körper reagieren auf einen Stoff mit dem Namen Dihydrotestosteren (kurz DHT) mit Überempfindlichkeit, vor allem dann, wenn große Mengen von DHT vorhanden sind. Die Reaktion der Kopfhaut auf DHT führt dazu, dass das Wachstum der Haare gestört wird und die Haarfollikel verkümmern. Gewöhnlicherweise wachsen Haare bis zu 6 Jahren, bei Haarausfall ist eine derart lange Entwicklung nicht mehr möglich. Das Hormon DHT ist allerdings in der Entwicklung eines Mannes von so großer Bedeutung - es wird aus Testosteron und seinem zugehörigen Enzym gebildet - dass seine bloße Bekämpfung nicht möglich ist.Betrachtet man diese These, so lässt sich schlussfolgern, dass Männer vorwiegend die Haarausfallpatienten sind, da ihr Körper wesentlich mehr Testosteron produziert. Dennoch steigt diese Haarausfall-Quote auch bei Frauen an (von ihnen sind ca. 30 % betroffen), was auf die Einnahme von diversen Hormonen unter anderem durch erhöhten Fleischkonsum zurückzuführen ist.
Es gibt inzwischen entsprechende Arzneimittel, welche den Haarwuchs zwar nicht fördern, die Haare jedoch nicht weiter vermehrt ausfallen lassen. Biologisch wird das sogenannte Schlüssel-Schloss-Prinzip ausgenutzt: Das Hormon Testosteron passt von seiner Struktur exakt in das zugehörige Enzym und dadurch kommt es zur Bildung von DHT. Bestimmte Produkte gegen Haarausfall enthalten nun einen Inhibitor, einen Stoff, welcher die Produktion von DHT hemmt, indem er durch seine Ähnlichkeit zu Testosteron mit dem Enzym in Wechselwirkung tritt. Das Resultat ist - wie oben bereits erwähnt - der Erhalt von Haaren, welche anderenfalls ausfielen. Wundermittel, wie sie häufig in der Werbung angepriesen werden, existieren daher nicht.
Aminexil/Minoxidil gegen Haarausfall
Sehr wirksam gegen Haarausfall ist auch ein Produkt mit dem Namen Aminexil. Ursprünglich wurde es bei Bluthochdruck-Patienten eingesetzt und als den Probanden als Nebenwirklung des Medikaments Haare verstärkt wuchsen gingen die Forscher dieser Nebenwirkung nach und extrahierten es. Das war die Geburtsstunde von Aminexil/Minoxidil. Die Wirkung wurde in diversen Studien laut Loreal, welcher der Patent Inhaber ist, nachgewiesen. Wichtig bei Aminexil ist die Intensivtherapie, das bedeutet 2 mal im Jahr eine Intensivbehandlung über 6 Wochen, mittels Haarfriktion, und dazwischen als Vorbeugung zumindest 1 mal pro Woche. Diese Intensiv-Therapie hilft der Haarwurzel beim Verankern des Haares. Aminexil wird nicht nur bei erblich bedingtem Haarausfall angewendet, sondern auch bei temporären Haarverlust.Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Eine Art des Haarverlustes, die jedoch als krankhaft angesehen werden muss und dementsprechend häufig behandelt werden kann, ist die Alopecia areata oder auch der kreisrunde Haarausfall.Diese entzündliche Erkrankung tritt lokal auf und es entstehen meist kreisförmige kahle Stellen, die glatt sind und nicht schuppen. Behandelt werden kann die Alopecia areata, weil die Haarfollikel meist erhalten bleiben und nicht verkümmern. Die Altersspanne, in der ein solcher Haarverlust auftritt, umfasst hauptsächlich Personen vom zwanzigsten bis zum dreißigsten Lebensjahr, vereinzelt gibt es sogar Fälle, in denen Kinder betroffen sind. Dieser Haarausfall beschränkt sich lediglich zu 80 % auf die Kopfregion, gelegentlich ist die Bartregion betroffen.
Natürlich wird auch hier eine erbliche Tendenz vermutet, diese konnte jedoch bis heute nicht eindeutig nachgewiesen werden. Vielmehr ist die Verbindung zu Allergien gegeben, da die aktuelle Forschung von einer fehlerhaften Reaktion des Immunsystems ausgeht: So werden die Haarzellen, welche sich außergewöhnlich häufig spalten, durch den Abwehrmechanismus des Körpers als schädliche Zellen identifiziert und letztendlich abgestoßen. Es kommt zwar zu einer Schädigung, welche jedoch nicht derart gravierend ist, dass die Haare nicht mehr nachwachsen könnten.
Da es sich hierbei um eine Autoimmunkrankheit handelt, ist die Anwendung von Cortison oder eine langwierige Immuntherapie, welche in 60 % der Fälle erfolgreich ist, notwendig. Des Weiteren gibt es eine Sonderform, die Alopecia areata atropians, welche häufig Frauen betrifft: Markant für diese Erkrankung sind die kahlen, rot glänzenden Stellen, welche irreversibel geschädigt sein können.
Diffuser Haarausfall
Als letzte große Kategorie existiert der diffuse Haarausfall. Hiermit meint man eine gleichmäßige Ausdünnung des gesamten Kopfbereiches, die schmerzlos vonstatten geht, sodass die Erkrankung oft zu spät erkannt wird, was auch mit den vielfältigen Ursachen zusammenhängt. Hierzu zählen Stress, Schilddrüsenerkrankungen sowie Hormonschwankungen oder Stoffwechselstörung, welche auf einen unausgeglichenen Vitamin- sowie Mineralstoffhaushalt zurückgeführt werden. Dies ist der Grund dafür, weshalb Frauen, die Diäten ausprobieren oder einen Eisenmangel haben, hauptsächlich zu den Betroffenen zählen.Des Weiteren geraten Medikamente wie Antidepressiva und Mittel gegen Akne in den Fokus der Diskussion, da ein Zusammenhang zwischen diffusem Haarausfall und ihnen angenommen wird. Natürlich ist die Behandlung dieses Haarverlustes viel komplexer und komplizierter, da intensive Ursachenforschung betrieben werden muss, weshalb hier keine Beispiele zur Behandlung dargelegt werden.
Letztendlich gibt es natürlich noch zahlreiche andere Formen von Haarausfall, darunter eine ausschließlich durch Stress ausgelöste Form oder als Folge von Chemo-Therapien, welche jedoch nicht im Einzelnen besprochen werden müssen, da die Haare in der Regel nach einer gewissen Zeit wieder nachwachsen.
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